Ändern wir die Welt…Gemeinsam!

Geschichte wird gemacht
Die Welt, in der wir leben, ist das Ergebnis einer langen, verhängnisvollen Geschichte. Eine Geschichte, die nicht zwangsläufig in dieser heutigen Welt enden musste, eine Geschichte, die noch nicht an ihrem Ende angelangt ist. In verschiedenen Gewändern wird uns immer wieder die Lüge aufgetischt, die heutige Gesellschaft ergebe sich nun einmal aus der Natur des Menschen. Diese Argumentation verschleiert, dass es wir Menschen sind, die unser Zusammenleben gestalten. Indem wir handeln oder es unterlassen, machen wir Geschichte. Also können wir auch bewusst eingreifen und für ein Umschwenken sorgen!

Allein machen sie dich ein
Wir Menschen sind dafür verantwortlich, wie unsere Gesellschaft funktioniert oder eben nicht funktioniert, nach welchen Grundlagen wir die Wirtschaft und das Zusammenleben organisieren. Heutzutage leben wir in einer kapitalistischen Konkurrenzgesellschaft. Jeder ist auf sich gestellt und wir alle werden gegeneinander ausgespielt. Überall stehen wir in Konkurrenz zueinander: Am Arbeitsplatz, in der Schule und auch in der Freizeit. Wir werden in isolierte Atome gespalten, spielen dieses Spiel mit und bringen es dadurch in eine nicht endende Verlängerung. Es liegt an uns, die Umstände zu ändern, die uns das Leben vermiesen. Sei dies nun, dass unser Lohn kaum ausreicht und wir es satt haben, nur als wandelndes Humankapital betrachtet zu werden. Oder aber dass unser Quartier aufgewertet werden soll und unsere Wohnungsmiete das ganze Geld verschlingt, die Behörden uns schikanieren, nur weil wir den falschen Pass besitzen und Rassisten unseren Alltag vergiften. Die Liste liesse sich endlos weiterführen…

Was tun?
Wollen wir diese Welt verändern, müssen wir damit beginnen, aus der Vereinzelung und Isolation auszubrechen. Wir müssen uns organisieren! Die Reichen und Mächtigen haben kein Interesse, dass die Dinge sich ändern. Sie profitieren von dieser Gesellschaftsordnung. Aber wir sind viele und gemeinsam sind wird stark! Wir können die Welt verändern. Also wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?

Solidarität wird praktisch
Während im kapitalistischen Alltag alle in Konkurrenz zueinander stehen, können wir uns in einer politischen Organisation gegenseitig helfen und unterstützen. Indem wir die Verhaltensweisen, Hierarchien und Rollen, die uns diese Gesellschaft aufzwingt, gemeinsam reflektieren und verstehen, schaffen wir einen Raum, den wir nach unseren Regeln gestalten. Dies zeigt sich auf verschiedenen Ebenen: Indem wir Hierarchien erkennen, können wir auf gleicher Augenhöhe diskutieren, so dass jede und jeder sich äussern und einbringen kann. Was wir tun, entscheiden wir zusammen – Chefs und AnführerInnen werden überflüssig, da Wissen und Macht nicht auf einzelne konzentriert, sondern verteilt werden. Weil wir nicht am Konkurrenzdenken orientiert sind, müssen wir uns nicht gegen die anderen durchsetzen oder uns vor den anderen profilieren. Indem wir Geschlechterrollen thematisieren und offenlegen, ermöglichen wir einen anderen, bewussten Umgang miteinander. Eine politische Gruppe ist also ein Versuch eigene Vorstellungen und Werte ins Zentrum des gemeinsamen Handelns zu rücken.

Wissen teilen
Eine politische Organisation – welche Form diese im Einzelnen auch haben mag – vereint das Wissen und die Ressourcen mehrerer Menschen.
Jede und jeder kann seine alltäglichen Erfahrungen und sein Wissen in die Gruppe einbringen. So entsteht ein umfassenderes Bild unserer Lebensumstände. Auch können wir uns gemeinsam neues Wissen aneignen, nicht (nur) um danach etwas klüger zu sein, sondern um dieses entsprechend anzuwenden. Indem wir das eingebrachte Wissen teilen und Neues dazugewinnen, verstehen wir unsere Gesellschaft besser. Wir verstehen, wie sie aufgebaut ist und nach welchen Mustern sie funktioniert. Dies dient uns einerseits als Werkzeug, um zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort zu intervenieren. Andererseits erlaubt uns das gemeinsame Wissen eine neue Perspektive auf die Welt. Ein neuer Blick, der nicht einfach die herrschenden Meinungen der Massenmedien und staatlichen Institutionen reproduziert. Dies ist besonders in der aktuellen Situation wichtig, in der viele altbekannten Vorstellungen hinterfragt werden – beispielsweise bei der aktuellen Wirtschaftskrise. Hier ergeben sich Anschlussmöglichkeiten für unsere Erklärungsansätze, die Menschen motivieren können, ihre Lebensumstände neu zu betrachten, sich gegen die alltäglichen Zumutungen aufzulehnen und ihre Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen.

Kräfte bündeln
Die verschiedenen Fähigkeiten und Ressourcen können in einer politischen Organisation kollektiv genutzt und koordiniert werden: A schreibt gerne Texte, B kann Plakate und Flyer gestalten, C ist angefressen von Marx&Co, D hat gerade jede Menge Zeit, E wollte schon immer eine Sprayerin sein, F kennt jede Menge Leute, G hat die Möglichkeit umsonst einen Kopierer zu benutzen, H…, I…, J…, K… bis ein ganzes Alphabet entsteht. Mit diesem können wir es wagen, Geschichte zu schreiben. Indem wir uns zusammenschliessen und gemeinsam handeln, bündeln wir unsere Kräfte und stärken uns: Einerseits werden wir als organisierte Gruppe in der Gesellschaft eher wahrgenommen, andererseits kann jedeR einzelne das Gefühl durchbrechen, alleine und isoliert zu sein. Von unserem Wissen ausgehend, handeln wir gemeinsam und tragen die gesammelten Erfahrungen wieder zurück in die Gruppe. Hierdurch können wir unser Handeln gemeinsam reflektieren und die Ergebnisse in unser zukünftiges Handeln einbeziehen. Dies ermöglicht eine kontinuierliche politische Praxis, die zudem stets die Ideen und Meinungen der ganzen Gruppe miteinbezieht. Die Gruppe kann auf die aktuellen Geschehnisse flexibel reagieren und erstarrt nicht in festgefahrenen Mustern.
Die politische Organisation garantiert eine gewisse Kontinuität. Weil das politische Handeln gemeinsam organisiert wird, bricht es nicht ein, wenn eine Person gerade nicht aktiv ist. Gleiches gilt, wenn eine Person von Repression betroffen ist, sei es, dass sie eine Busse erhält, einen Prozess antreten muss oder im Gefängnis sitzt. Die politische Arbeit kann dennoch fortgesetzt werden und die von Repression betroffene Person kann auf die Unterstützung und Solidarität der anderen zählen.

Die Geschichte hat uns gelehrt, dass Umstürze, tiefgreifende Veränderungen und Revolutionen möglich sind. Es mag ein weiter Weg sein. Doch gemeinsam können wir diesen Weg einschlagen. Es ist unsere Entscheidung. Hier und jetzt.
Egal wie weit der Weg ist, man muss den ersten Schritt tun!
Befreien wir uns aus der Isolation, kommen wir zusammen und versuchen das Unmögliche!